Solide unterwegs: Fahrbericht zum Nissan Murano 2,5 dCi

header_motoblogÜber’s letzte Wochenende bin ich Nissan gefahren. Den Murano 2,5 dCi. 190 PS. Vier Zylinder. Ein Crossover aus dem oberen Regal. Mehr als 600 Kilometer hab ich damit abgerissen. Und trotzdem bin ich unsicher, ob er mir so richtig gut gefallen hat. Ein paar Details sprechen dafür. Ein paar Aspekte sind mir negativ aufgefallen. Und so richtig hat er mich nicht berührt. Daher hole ich jetzt für meine Kritik etwas weiter aus.IMG_20130829_101429Der Murano ist ein echter Crossover. Für ein SUV nicht kantig genug und für eine Limousine deutlich zu hochbeinig. Aber beim optischen Eindruck fange ich bereits an zu zweifeln. Gefällt mir das so richtig gut? Oder ist es am Ende von allem etwas zu viel? Die Nase mit dem vornedrauf “thronenden” Nummernschild war mir einen Tick zu lang. Und die Frontscheibe etwas zu abgeflacht. Ansonsten passt das schon alles recht gut zusammen. Große Schlappen mit ordentlichen Felgen, ein attraktives Heck mit hoher Ladekante und eine Front, die gar nicht versucht, die japanische Herkunft zu leugnen. Ganz großes Plus gibt’s für ein paar Features unserer “Executive Variante” wie die getönten Heckscheiben, die praktische Dachreling und die beiden Panorama-Scheiben für freie Sicht in den Himmel.20130830_132639Wir waren mit unserer kleinen Tochter unterwegs, und da sind genau diese Ausstattungsmerkmale perfekt. Ebenso positiv ist die Sitzposition der Kleinen auf der Rückbank aufgefallen, denn sie konnte problemlos aus dem Seitenfenster und dank entfernter Beifahrer-Kopfstütze auch vorne rausgucken. Natürlich saß niemand auf dem Beifahrersitz, ansonsten sollte man die Kopfstützen nicht entfernen. Praktisch ebenfalls die automatisch zu öffnende und schließende Heckklappe. Aber wenn man diese wie in unserem Fall oft öffnet, dann nervt irgendwann das Piepen während des gesamten Öffnungs- oder Schließvorgangs. Der Sinn dieses Geräusches hat sich uns nicht erschlossen. Piepen tut es auch manchmal beim Öffnen und Schließen des Fahrzeugs. Auch nach 5 Tagen waren wir den Gründen nicht auf die Spur gekommen.20130901_145842Im Innenraum geht’s mit Licht und Schatten weiter. Der Gurt auf der Rückbank ist ein paar Zentimeter zu kurz und machte das Festschnallen des Cybex-Kindersitzes insbesondere für meine Frau zu einer sportlichen Aufgabe. Die Klimaanlage ist in den obersten zwei Stufen recht laut und auch nach 600 Kilometern hatte ich auf dem Fahrersitz immer noch keine bequeme Sitzposition gefunden. Ich stell den Sitz meist recht weit nach unten. Im Nissan Murano senkt sich dann nur der hintere Teil des Sitzes und bildet somit eine Kante an der Vorderseite, die auf längeren Fahrten für eine Ermüdung der Beine sorgt. Die recht kurze Sitzfläche trägt ebenfalls dazu bei. Super hingegen sind die beheizbaren Sitze vorne und hinten und die höhenverstellbaren Sitzgurte. Der Platz im Kofferraum ist akzeptabel, mit ein bißchen Schieberei liessen sich Kinderkarre, Reisebett und Klamotten gut verstauen. Bei einem längeren Urlaub mit mehr als 4 Leuten dürfte es aber knapp werden.20130830_132209Auf der Bahn zeigt sich der Nissan Murano überraschend leichtfüssig. Er schaltet flüssig und lässt sich entspannt lenken. Für ein Gewicht von 1.950 Kilo fand ich ihn angenehm agil und auch das Einparken ist recht easy. Die Rückfahrkamera hilft beim Rangieren und erspart das Piepsen bei zu geringem Abstand. Die lange Nase macht’s manchmal etwas kompliziert. Aber das passt soweit. Unterwegs sorgt die Bose-Soundanlage für tollen Klang. Nur mit dem Navi waren wir auf Kriegsfuss. Wir waren von Hamburg nach Münster auf der Autobahn unterwegs. Es war voll, gab aber nie Stillstand. Mindestens 5x fragte uns das System, ob wir aufgrund von Verkehrsmeldungen eine Umleitung nehmen wollen. Irgendwann haben wir einfach mal “Ja” gedrückt, bekamen dann aber keine Umleitung angezeigt, sondern wurden auf der Autobahn weitergeleitet – mit 30 Minuten weniger Fahrtzeit. Grundsätzlich gab’s für die erwartete Ankunftszeit ein Fenster von +/- einer Stunde. Hier zeigt das System noch 3,5 Stunden für 150 Kilometer. Das war recht weit von der Realität entfernt.20130830_150003FAZIT
Ehrlich gesagt erwarte ich mehr von einem Fahrzeug in dieser Preisklasse. Unsere “Executive Variante” des Nissan Murano kostet 51.600 EUR. Dazu noch das Paket “Sun & Sound” für das Panorama-Dach und das Soundsystem im Wert von 2.550 EUR. Das ist ne Menge Holz. Und während ich über die Fahreigenschaften dieses Mal nix zu meckern habe, sind es der Komfort und der Verbrauch von über 10,6 Litern Diesel, die deutlichen Punktabzug bringen. Wir waren auf den gefahrenen 622 Kilometern mit zwei Erwachsenen und einem Kleinkind recht entspannt unterwegs. Und trotzdem erscheint mir der Kaufpreis für den gebotenen Komfort zu hoch. Aber mit ein paar Optimierungen bei Sitzen, Gurten, der Piepserei und dem Navigationssystem lässt sich hier auf jeden Fall nachbessern.20130901_145929Es gibt noch ein paar weitere Autoblogger, die sich den Nissan Murano vorgenommen haben. Entsprechende Berichte findet Ihr bei Can auf bycan.de, bei Sebastian auf passiondriving.de, bei Jan auf auto-geil.de und bei Jens auf rad-ab.com. Und wer immer noch nicht sicher ist, sollte sich dann noch den Fahrbericht im Film auf ausfahrt.tv reinziehen.