Rings of Fire: Testfahrt im Audi RS7 Sportback

20130722-114815.jpgEs ist wirklich verhext. Kaum habe ich mich von den Testfahrten im Audi RS 6 Avant erholt, da laden die Ingolstädter zum nächsten Ausritt ein, bei dem ich das Auto nur ganz ungern wieder abgeben mag. Keine Frage: ein neuer Audi macht immer viel Spaß und sieht auch eigentlich immer top aus. Innen und außen. Aber ein paar Modelle haben dieses gewisse Extra. Die sorgen für einen leichten Thrill, wenn man sie sportlich fährt und steigern dazu in Punkto Design nochmal alles bisher erlebte. In diese Reihe gehört nicht nur für mich, sondern sicherlich für fast jeden Autofahrer, die neueste Version des Audi RS7 Sportback. Da ich eigentlich Kombi-Fan bin und der RS6 Avant bisher ganz oben auf meinem Wunschzettel steht, war ich selbst gespannt, ob es nach den Testkilometern einen neuen Superstich in meinem Traumwagen-Quartett geben würde.20130722-114727.jpgDie ersten Pluspunkte gibt’s für das Design. Gleich drei unterschiedliche Grautöne erwarteten uns bei der Testwagen-Flotte vor dem Audi-Forum in Neckarsulm. Ich stehe auf graue Töne in der sportlichen Luxusklasse. Somit war der erste Eindruck schon mal super. Innen passt auch alles optimal zusammen. Schwarze, sehr komfortable Ledersportsitze, edle Carbonleisten und chromige Bedienelemente. Dazu das grosse Display mit Navi und der MMI-Steuerungsfunktion für Klima, Audio, Navigation und Fahrzeug-Einstellungen. Alles ergonomisch angelegt und gut zu bedienen. Die soll nach Wunsch des Herstellers intuitiv erfolgen. Aber hier zeigt sich: bei der Vielzahl von Features und Assistenten erwischen wir uns auf der Testfahrt bei der doch längeren Suche nach Distance Control oder dem Tempomat. Aber das ist nicht wirklich ein Mangel, denn es kann eben nicht jede Option sofort sichtbar und klar verständlich bereitgestellt werden. Man sollte nur besser, statt während der Fahrt danach zu suchen, vor der Tour das Handbuch studieren.20130722-114736.jpgDer Audi RS7 verfügt über alle aktuellen Sicherheits- und Assistenzsysteme, meist jedoch gegen Aufpreis. So steigt der Basispreis von etwas über 110.000 Euro schnell um ein paar Zehntausend Scheine beim wählerischen Käufer. Die adaptive cruise control mit Stop&Go-Funktion sowie die pre sense front halten den Abstand zum Vordermann und helfen, Unfälle zu vermeiden. Dazu unterstützen der active lane assist und der Parkassistent bei Fahrsituationen. Der Nachtsichtassistent sorgt für den Durchblick in der Dunkelheit, side assist und die Tempolimitanzeige vervollständigen die Auswahl. Dringend empfehlen wir übrigens das Head Up Display und das Sound System von Bang und Olufsen.20130722-114717.jpgUnter der Haube brüllt ein 4.0 TFSI V8-Biturbo mit 560 PS. Laut Hersteller ist ein Verbrauch knapp unter 10 Litern möglich. Aber sind wir mal ehrlich: sparsam fahren sollte man mit anderen Modellen. Klar lässt sich mit dem RS7 auch entspannt auf der Landstraße cruisen. Aber so richtig Freude kommt erst im wählbaren Dynamic-Modus auf. Der schindet Eindruck an der Ampel, weil er am zornigsten klingt. Und sorgt darüber hinaus für ein straffes Fahrwerk und eine harte Lenkung. Plötzlich bekommt man den Tunnelblick, beschleunigt rasant von 0 auf 100 in 3,9 Sekunden und fühlt die Rennstrecke unter sich. Der Lappen ist dabei oft in Gefahr, denn die Geschwindigkeit ist nicht fühlbar. Der permanente Allrad-Antrieb sorgt zudem für verdammt viel Grip auf den optionalen 21-Zöllern und gibt einem jederzeit ein sicheres Fahrgefühl. Familientauglich ist der Audi RS7 Sportback übrigens auch. Ordentlich Platz auf der Rückbank, gute Einsteigemöglichkeit und ein Kofferraumvolumen von 535 bis 1.390 Litern bei umgeklappten Sitzen sind auf dem Niveau mittlerer Kombis.20130722-114708.jpgFazit
Mit dem RS7 Sportback präsentiert Audi ein fehlerloses Fahrzeug. Mächtig Power, verpackt in eine sportlich-elegante Karosserie mit einem stylishen Innenraum lassen keine Wünsche offen. Die Möglichkeiten der Individualisierung sind gewaltig. Jeder Käufer kann seinen Traumwagen nach eigenen Wünschen zusammenstellen. Pfennigfuchser haben hier jedoch keine Chance. Mit ein paar Extras sollten sich mindestens 140.000 EUR im Geldkoffer befinden. Dafür bekommt der Kunde jedoch einen der leistungsstärksten Motoren in einem aufregenden Fahrzeug. Mein persönlicher Traum ist es übrigens nicht geworden. Bei mir steht nach wie vor der Audi RS6 Avant oben auf der Liste. Dann aber gern in Nardograu.20130722-114749.jpgHier die Statements der Blogger-Kollegen:
Jens Stratmann (Mit Video): Fahrbericht mit Video: Audi RS7 – Kritik, Preise und Fakten!
Jan Gleitsmann: 2013 Audi RS7 in nardograu – Fahrbericht meiner Probefahrt
Moritz Nolte: Audi hat den A7 bzw. den S7 nachgeschärft: Audi RS7!
Jens Stratmann: Mal wieder Sport gemacht: Fahrbericht Audi RS7 Sportback
Don Dahlmann für den Audi Blog: Der Gepard
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