Die Zukunft der Mobilität beim Audi future lab tron-experience

AUDI_JOFISCHER_HeadEs erinnerte an die Kulisse aus einem Endzeitfilm, was sich Montag beim Audi future lab tron-experience in Berlin abspielte: ein verlassenes, monumentales Bauwerk, ein düsterer Himmel und einige futuristische Fahrzeuge. Allerdings sind weder die Rohstoffe knapp noch war die kleine Gruppe von Menschen im Kampf um eine bessere Welt. Aber über die Zukunft gab es doch eine ganze Menge zu lernen. Der Ingolstädter Autobauer hatte eingeladen, seine alternativ betriebene Fahrzeugpalette zu präsentieren. Und mit dem Fotografen Jo Fischer an meiner Seite, der diese vielen hammermäßigen Bilder gemacht hat, bin ich einen Tag abgetaucht in die Mobilität der Zukunft. Die wird dominiert von Hybridantrieben, davon ist man bei Audi überzeugt.AUDI_JOFISCHER_02Auf der Überholspur sind die Verkaufszahlen der alternativ angetriebenen Fahrzeuge derzeit noch nicht. Dafür gibt es einige Gründe, zum Beispiel die noch recht hohen Anschaffungskosten, geringe Reichweite, schlechte Abdeckung von Ladestationen und noch einige mehr. Aber nun haben wir gelernt, dass die Hersteller massiv daran arbeiten, alle Probleme zu beseitigen und den Weg zu ebnen für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Mobilität. Das betrifft keineswegs nur kleine City-Flitzer, die sich aufgrund geringer Kilometer pro gefahrener Strecke sicherlich anbieten. Die Entwicklung reicht über Protytypen für die Rennstrecke bis hin zu serientauglichen Supersportlern. Wir haben die komplette Fahrzeugpalette kennengelernt und fangen erstmal klein an.AUDI_JOFISCHER_43Audi A1 e-tron
Derzeit bin ich in Hamburg mit einer alten PX 200 Vespa unterwegs. Und finde das großartig. Die ist wendig, überall zu parken und flott. Eintauschen würde ich sie nur gegen was anderes im kleinen Format, was trotzdem gut aussieht und von Verbrauch und Unterhalt akzeptabel ist. In der Lücke parkt für mich jetzt der Audi A1 e-tron. 115 PS, erzeugt von einem Elektromotor. Das reicht für die urbane Mobilität. 50 Kilometer lassen sich komplett elektrisch zurücklegen, danach startet der Range Extender seinen Job, ein Benzinmotor mit 34 PS aus 354 cm3 Kammervolumen. Er lädt die Batterie über einen Generator nach und verlängert die Reichweite auf 250km. Das reicht für die meisten Autofahrer für eine ganze Woche Pendelei zum Job. Und nach gerade mal 3 Stunden an einer Haushaltssteckdose ist der flotte Flitzer wieder aufgeladen.

Dies ist ein Foto von Kai Bösel.
Dies ist ein Foto von Kai Bösel.
Der Innenraum ist mit reichlich Plastik verbaut, welches aber überraschend stylish und wertig aussieht. Er beschleunigt ziemlich zügig und bietet ausreichend Platz für die Insassen. Meiner Ansicht nach lagen Gas- und Bremspedal ziemlich dicht beeinander. Ich habe nicht die größten Füße und touchierte beim Gasgeben häufiger die Bremse. Highlight des kleinen Stadtautos ist das Feature “Ampel online”: auf der Teststrecke gab das Fahrzeug Hinweise auf Ampelphasen, damit man seine Fahrweise entsprechend vorausschauend anpassen kann. Allerdings fließt man im dichten Berliner Stadtverkehr eher mit und kommt nicht wirklich dazu, die Vorgaben optimal umzusetzen. Aber als Testprojekt ist das trotzdem spannend, wenn es flächendeckend funktionieren würde. Alles in allem hat uns der A1 e-tron echt gut gefallen, daher wäre eine Serienproduktion wünschenswert.AUDI_JOFISCHER_37Audi R8 e-tron
Tja, das war für mich das ganz persönliche Highlight. Ein paar Runden auf dem Testparcours mit dem elektrisch betriebenen Audi R8. Auf Deutschlands Straßen werden wir den Supersportler nie erleben, Audi hat sich gegen die Serienproduktion entschieden. Umso cooler, im Prototyp und Helden-Fahrzeug aus dem aktuellen Iron-Man 3 ein paar Runden drehen zu können. Was besonders beeindruckt ist die direkte Leistung. Kein Verzögern, kein Schalten. Drauf den Socken und ab nach vorne. Und das wie vom Katapult beschleunigt. Im Efficiency-Mode und mit ESP ist alles easy. Das Auto bleibt jederzeit in der Spur, das mächtige Batteriesystem sorgt für 381 PS, 2 Motoren treiben die Hinterachse an. Und wehe, Du wählst den “Dynamic-Modus” und schaltest das ESP ab. Dann geht’s quer durch die engen Kurven, das Heck bricht kontrolliert aus und der Fahrer hat den ultimativen Spaß. Wahnsinn. Es ist kein quattro, aber über Alltagstauglichkeit muss eh nicht diskutiert werden.AUDI_JOFISCHER_28Die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h, eine Ladezeit von 12-14 Stunden an der normalen Steckdose und eine Reichweite von 250 Kilometern bei optimaler und effizienter Fahrweise wären sonst zu diskutieren. Beim future lab ging es eher um den damit möglichen Fahrspaß und die vielen Erkenntnisse, die sich für die Serienproduktion ableiten lassen. Denn gerade mal 9 Komponenten entsprechen dem Serien-R8. Alles andere ist optimiert für ein batterie-elektrisches Fahrzeug. Von der Rückfahrkamera über die GFK-Feder bis hin zu dem Gerüst aus Carbon und Aluminium. Durchdacht bis in’s Detail. Und das zeigt sich auf der Strecke.AUDI_JOFISCHER_06Audi A3 Sportback e-tron
Zum Abschluss nun das erste Modell aus dem Workshop, dessen Serienproduktion bereits beschlossen und angeschoben ist. Der Plug-in-Hybrid wird ab 2014 verkauft und soll die Kompaktklasse aufmischen. 204 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h beweisen die Alltagstauglichkeit. Die ersten 50 Kilometer lassen sich dabei komplett elektrisch zurücklegen. Der TFSI-Motor verlängert diese Reichweite um 890 Kilometer. Und das bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 1,5 Litern pro 100 Kilometer. Und jeder, der die voraussichtlich 38.000 EUR für das Basismodell auf dem Tisch packt, schont auch die Umwelt. Der CO2-Ausstoß liegt bei gerade mal 35g.AUDI_JOFISCHER_86Gespart werden musste etwas am Kofferraumvolumen. Aber 280 Liter sind immer noch in Ordnung. Durch Umklappen der Rücksitze erhöht sich das Volumen auf 1.120 Liter. Ladezeit an der Haussteckdose liegt bei knapp unter 4 Stunden, an der Industriesteckdose halbiert sich die Dauer. Audi wird voraussichtlich parallel einen Öko-Strom-Vertrag anbieten. Die Wartungsintervalle des Hybrid-Fahrzeugs sind identisch mit den Benzin- und Dieselmodellen. Und die Technik im Innenraum ist auf dem neuesten Stand. Connect Dienste wie Social Networks und Online-Tankstellenpreise sind bereits bekannt, dazu kommt ein umfassendes Fahrzeugfunktionen-Management wie das Überprüfen und Starten des Aufladens, Fahrdaten und die Klimatisierungsplanung. Spannend bleibt die Frage, wie sich der Audi A3 e-tron verkaufen wird und ob die Interessenten bereit sind, Ihre Verbrennungsmotoren zum Schutz der Umwelt aufzugeben.AUDI_JOFISCHER_01Fazit
Es war ein wirklich spannender Tag am stillgelegten Flughafen Tempelhof. Ein sehr informativer Mix aus Fahrspaß und Theorie. Spannende Einblicke in die aktuellen Fahrzeugentwicklungen, technische Details bis zur letzten Schraube, sehr nette und aufgeschlossene Mitarbeiter aus den relevanten Abteilungen und eine tolle Betreuung. Selbst die Shuttle-Fahrt im A8 zum Hauptbahnhof macht Laune und bietet die Chance, die vielen Systeme und Features auf der Rückbank zu testen. Was andere Blogger von dem Audi future lab tron-experience berichten, lest ihr hier:

passiondriving.de: Kurze Ausfahrt, langer Text? Testfahrt im Audi R8 e-tron
trendlupe.de: Nachhaltige Modellreihe von Audi – Audi future lab tron-experience
rad-ab.com: Fahrbericht Audi R8 etron – der Wagen von Iron Man bzw. Tony Stark
blog.autohaus-wolfsburg: Audi R8 e-tron gewährt einen Blick in die Zukunft!
MIT VIDEO: auto-geil.de: tron meets Ironman: mit dem Audi R8 e-tron durch Berlin
imaedia.de: Audi future lab Berlin – Die Zukunft der Mobilität: e-tron & g-tron
autophorie.de: Der Tazer unter den E-Autos: Audi R8 e-tron Versuchsträger erfahrenAUDI_JOFISCHER_14