Ein Porsche… ist ein Porsche… ist ein Porsche!??


Ich mag die Zuffenhausener Sportwagen, so lange ich denken kann. Mein erstes Spielzeugauto war ein weißer 911er. Das ist gut 40 Jahre her. Die Leidenschaft ist seitdem ungebrochen. Insbesondere wegen der Reinrassigkeit und der klaren Linien. Ein Porsche ist nach meiner Definition ein straßentaugliches Motorsport-Gerät ohne Kompromisse. Beschleunigung statt Komfort, Vollgas statt Cruisen, Motor-Sound statt Bose-Klänge. Aber ehrlich gesagt komme ich so langsam in’s Schwimmen.

Die Produktpalette hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Wusste ich lange Zeit nicht einmal ganz genau, was die Unterschiede sind zwischen 4S, Turbo, G2 und G3, so tragen mittlerweile auch noch ganz artenfremde Boliden das prägnante Emblem.

Den Cayenne fand ich zwar noch nie schick, habe ihn aber im Zuge des ausufernden SUV-Hypes ein Stück weit nachvollziehen können. Und mit ein bißchen Feintuning und optischen Anpassungen kann man das Teil schon böse aussehen lassen.

Der Boxster geht aus meiner Sicht gar nicht. Insbesondere, weil sich die Sparbrötchen darin an der Ampel so extrem cool finden, alle drumrum aber ähnlich beschämt nach unten gucken wie bei einem gelben Barchetta und sich denken “wenn schon Porsche, warum dann nicht richtig…???”

Mit dem Panamera wurde es dann noch schwieriger. Warum ein Viertürer? Und wenn schon, warum dann nicht gleich eine familientaugliche Kutsche mit viel Platz für Zuladung? Die Liga des Dick-Schiffes mit einem Preis jenseits der 100.000 EUR ist umgeben von sportlichen Luxus-Limousinen wie Bentley und Maserati. War das der Plan? Ich kenn zwar ne Menge Leute, die den Panamera schick finden. Aber ob sie ihn wirklich auch kaufen würden, möchte ich bezweifeln.

Und nun kommt der Macan. Schon der Name wirkt gequält. Das sich der Begriff irgendwie von “Tiger” ableitet, wird den meisten verborgen bleiben. Und überhaupt: muss es nun wirklich auch noch ein Einsteiger-SUV sein? Mir gefallen schon der Q3, der Tiguan und der X3 nicht. Wenn schon in’s (urbane) Gelände, dann doch aber bitte auch mit einem großen Geschoss.

Mir fehlt mein 911 SC Cabrio, welches ist zur Gründung von motoso.de verkauft habe. Das war ehrliches Kart-Feeling, kein Nippes, rasante Beschleunigung ohne elektronische Hilfen. Und hätte ich damals schon die Leidenschaft für den Nürburgring entdeckt, dann hätte ich das Teil sicherlich auch mal durch die “Grüne Hölle” geritten. Wenn ich mir also irgendwann mal wieder einen Porsche kaufe, dann wird es der klassische Zweisitzer. Am liebsten als 964. Vielleicht auch was Neueres.
Die Familie wird dann aber anders transportiert. Und ein SUV habe ich in Hamburg noch nie verstanden.

Euch einen guten Wochenstart.